Demokratie und Kapitalismus

Meldungen wie

wundern mich längst nicht mehr!

Ist doch eigentlich zu erwarten gewesen in einer Gesellschaft mit staatlichen Organisationen mit Datensammelwut. Sie beabsichtigen, das Staatswesen mit allen Mitteln zu ‚schützen‘ (vor was eigentlich?), und ignorieren dabei Grundrechte wie die Privatsphäre.
Wir brauchen mehr Whistleblower a-la Snowden. Doch kein westlicher Staat ist bereit, Snowden Asyl zu gewähren. Wieso wohl?? So ist er auf Unterschlupf beim ‚bösen‘ russischen Staat angewiesen.

Es ist dringend erforderlich, dass wir wieder ein ‚Gegengewicht‘ zum westlichen Gesellschaftsmodell bekommen, sei es nun durch Russland, China oder eine künftige Kraft, so wie es vor dem Fall des Eisernen Vorhanges war. Nur so sind Auswüchse in unseren westlichen Gesellschaften zu vermeiden, weil stets die Angst bestünde, ein relevanter Teil des ‚Volkes‘ könnte zum anderen Gesellschaftsmodell wechseln.
De facto ist für mich eh seit Jahren klar, dass in unseren westlichen Gesellschaften die Demokratie seit dem Fall des Eisernen Vorhanges nur noch ein moralisches Deckmäntelchen für den real existierenden Kapitalismus ist. Denn längst hat ‚die Wirtschaft‘ das Diktat übernommen und die bourgeoise Politik ist durch die Verstrickung mit der Wirtschaft und daraus resultierenden wirtschaftlichen Interessen zum Erfüllungsgehilfen verkommen. Jene Bevölkerungsgruppen, die Politiker dieser Richtung wählen, verfolgen das Ziel der Besitzstandwahrung oder erhoffen sich eine Verbesserung Ihrer wirtschaftlichen Situation. Und das ist immer noch eine Mehrheit in den westlichen Zivilisationen.

Der Kapitalismus also ein Erfolgsmodell? Ja! Denn dieses System fördert den Egoismus (Der Stärkere gewinnt, mit Intoleranz, manchmal Respektlosigkeit und schlimmstenfalls Menschenverachtung als folgerichtige Konsequenz) und die Raffgier. Und das sind Eigenschaften, die dem real existierenden Menschenwesen viel mehr entsprechen als humanitäre und moralische Werte der Demokratie. Ignoriert wird dabei, dass ‚Naturgesetze‘ (Gleichgewicht der Kräfte) damit nicht ausser Kraft gesetzt sind und zum ‚Gegenspieler‘ werden. Schlussendlich werden sich diese ‚Naturgesetze‘ durchsetzen, weil sie sich automatisch regulieren. Auf lange Sicht ist m.E. deshalb unser herrschendes Gesellschaftsmodell zum Scheitern verurteilt.

Wo sind jene Kräfte, die visionär einen Gesellschaftsentwurf für die nächsten 100 Jahre entwickeln?

  • Wo wollen wir eigentlich hin?
  • Wie soll unsere Gesellschaft in 100 Jahren aussehen?
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